Spätestens seit Hörsysteme auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) unter dem Berliner Funkturm präsentiert werden, ist klar, dass ein „Hörgerät“ heute eher ein Hörsystem oder Hörcomputer ist.

Das Zauberwort heißt „Konnektivität“. Doch was bedeutet das? Konnektivität leitet sich von dem englischen Begriff „connection“ ab. Dieser steht für Anschluss oder Anbindung. Moderne Smartphones besitzen die sogenannte „Bluetooth-Low-Energy- Technik“ oder einfach Bluetooth 4.0 genannt. Mit dieser Funktechnik werden Daten auf das Hörsystem und wieder zurück zum Smartphone übertragen. Im weitesten Sinne ist mit Konnektivität aber auch die Fernsteuerung von Geräten gemeint.
Wozu braucht man denn eine App für Hörsysteme?
Die einfachste Form der Anbindung an Smartphones sind Apps. Apps leitet sich aus dem englischen Wort „application“, also Anwendung ab. Die einfachste App für Hörsysteme sind Fernbedienungs-Apps. Das Smartphone wird damit zur Fernbedienung. Sie können meistens zumindest die Lautstärke und die Programmwahl steuern. Dies ist deutlich bequemer und unauffälliger, als den Taster oder die Lautstärkewippe am Hörsystem zu bedienen. Außerdem muss man keine separate Fernbedienung mitnehmen, wie das bisher der Fall war. Die einfachste Variante funktioniert mit Ultraschalltönen. Mittels dieser Töne wird der Befehl z.B. zum Umschalten in ein anderes Programm auf die Hörsysteme übertragen. Vorteil dieser Technik: Man benötigt kein weiteres Zubehör und auch keine aktive Bluetooth-Verbindung. Der Nachteil ist ein begrenzter Funktionsumfang und in lauter Umgebung kann es passieren, dass die codierten Signale vom Hörsystem nicht erkannt werden.

Musik oder den Fernsehton komfortabel ins Hörsystem übertragen
Fast jeder kennt drahtlose Kopfhörer, die ein angenehmes und deutliches Hören ermöglichen. Allerdings ist man regelrecht „abgekapselt“ . Spricht der Partner, muss man den Kopfhörer abnehmen und das Hörsystem wieder anziehen. Möchte man wieder fernsehen, ist diese Prozedur wieder umgekehrt erforderlich – Hörsystem raus, Kopfhörer an. Es geht aber in den meisten Fällen deutlich komfortabler: Mittels Funkübertragung wird der Fernsehton auf die Hörsysteme übertragen. Man kann nun wählen, wie stark die Mikrophone aktiviert werden. Auf jeden Fall bekommt man mit, wenn der Partner etwas sagt, oder das Telefon bzw. die Türklingel läuten. Außerdem wird der Ton genau so verstärkt, wie es der individuelle Hörverlust erfordert. So gut kann man keinen Kopfhörer einstellen. Sie sehen: Es macht Sinn, diese Technik zu nutzen. Der Anschluss ist genauso einfach wie der eines drahtlosen Kopfhörers.An Strom und Kopfhörerbuchse anschließen – fertig.
Welche Möglichkeiten gibt es?

Es gibt zwei verschiedene Systeme:

1.) Die älteren Systeme benötigen ein Zwischengerät, häufig als „Streamer“ bezeichnet, womit das Funksignal vom Sender aufgenommen, umgewandelt und dann auf die Hörsysteme übertragen wird. Dieser Kniff war erforderlich, da die früheren Bluetooth-Standards sehr viel Energie verbraucht haben, eine Hörsystembatterie hätte so nur wenige Stunden gehalten. Der Akku im „Streamer“ verlängert die Laufzeit, indem nur ein ganz schwaches Signal an die Hörsysteme weitergegeben wird. Je nach Hersteller gibt es hier Unterschiede in der Betriebsdauer und der Handhabung.

2.) Die neueren Systeme arbeiten mit dem neuesten Bluetooth-Standard 4.0. Durch die energiesparende Übertragung ist hier erstmals eine Direktanbindung möglich, d.h. das Signal wird vom Smartphone oder Fernseher direkt auf die Hörsysteme übertragen, ein „Streamer“ entfällt.

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